MAX FALLER
1927 - 2012
Max Faller war Meisterschüler des Münchner Bildhauers Josef Henselmann. Er hat unter anderem zahlreiche sakrale Kunstwerke und liturgische Geräte in einem expressionistischen, stark abstrahierenden Stil geschaffen, der bewusst die Kunst des frühen Mittelalters reflektiert. So gibt es auch eine bildhafte Ausdeutung der eher schwer zugänglichen Texte der Offenbarung des Johannes von ihm. Die von der Katholischen Akademie in Bayern vergebene Medaille mit einem sensibel gestalteten Portrait des Theologen und Philosophen Romano Guardini ist eine Arbeit von Faller. Großformatige Werke sind unter anderem der Dantebrunnen auf dem Gelände der Münchner Universität wie auch der Tabernakel in der Chorkapelle des Münchner Liebfrauendoms. Er hat auch die von Papst Benedikt XVI. im vergangenen Jahr eröffnete neue Anbetungskapelle in Altötting gestaltet. Kardinal Wetter hatte dem Papst bereits im April 2005 unmittelbar nach seiner Wahl ein goldenes Brustkreuz von Max Faller überreicht.  Quelle: Erzbistum München und Freising
Eine Würdigung seines Werkes findet sich im Pfarrbrief 2012/13 der Gemeinde Heilig Blut von Michaela März-Lehmann. Hier Auszüge des gesamten Artikels: "Er schuf [in Heilig Blut] einen aus Nagelfluh gehauenen Altarstein . . . In der Apsis hinter dem Altar errichtete er eine Stele ebenfalls aus Nagelfluh, auf der unser silberner Tabernakel steht. . . . Sein Bronzeambo . . . zeigt im Relief den lehrenden Christus, dessen drei erhobene Finger auf die göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe verweisen. . . . Die Altarweihe wurde 1979 von Joseph Ratzinger, damals Kardinal und Erzbischof von München und Freising, vollzogen" Kardinal Friedrich Wetter und das Münchner Metropolitankapitel überreichten dem Papst Benedikt XVI. zu seinem 80. Geburtstag] ein in weißes Ziegenleder gebundenes Evangeliar mit vergoldeten Silberreliefs und Lapislazulisteinen. "Auf der Vorderseite zeigt es den lehrenden Christus mit segnendem Gestus." hier mehr . . . Für die Pallottiner schuf Faller eine "eindrucksvolle Christusfigur, die heute ihren Platz auf dem Friedhof des Missionshauses in Limburg gefunden hat." "Im Jahre 2006 schuf der Künstler noch die Ausstattung der Anbetungskapelle in Altötting. . . Faller hat auf einem Originalstein der Münchner Mariensäule einen neuen silbernen Aufsatz mit Achat- und Lapislazulisteinen geschaffen, auf dem das Allerheiligste ausgesetzt wird. Auch der Tabernakel in der Anbetungskapelle wurde von ihm gestaltet." "Fallers letztes Werk kurz vor seinem Tod war die Gestaltung eines Altarraums einer Kirche in Kaufering." Weitere Werke: Ausgestaltung des Innenraums von St. Thomas (Oberföhring), 1973 Altaranlage mit Ambo, Lesepult, Sedilien und Leuchtern in St. Gabriel (Haidhausen) 1980 Steinaltar und Ambo in Mariä Himmelfahrt Epfenhausen
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Bronzeportal für den Dom in Augsburg Altes und Neues Testament, Geheime Offenbarung.
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Heilig Blut (Bogenhausen) Ambo
1977 Bronzekreuz von Max Faller. Sein Material kündigt schon am Außenbau die vornehmlich aus Bronzewerken bestehende Sakralausstattung des Kirchenraumes an. Altarkreuz, Tabernakel, Ambo, Kandelaber und Sedilien sind Bronzewerke Max Fallers. Während auf der Vorderseite des Altar- und Vortragekreuzes der gekreuzigte Heiland zu sehen ist, veranschaulicht das feine Relief der dem Altar zugewandten Seite den Opfertod Christi unter dem Symbol der in der Kelter gepreßten Traube. Gesetz und Gericht sind die Themen der Reliefs auf dem bronzenen Tabernakel: Auf der Ostseite erhält Mose am Sinai die Tafeln mit den zehn Geboten; die Nord- und Westseite zeigt das Jüngste Gericht. Quelle:Schnell, Kunstführer Nr. 1182 Erste Auflage 1980 Vierzehn bronzenen Kreuzwegtafe1n an der Westwand 1974
Gemeindezentrum St. Thomas
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DER DANTE-BRUNNEN 
Veterinärstraße - Innenhof LMU
"Wer durch die Schule der Kunst gegangen ist und in seinem Denken der Wahrnehmung Raum gibt, der weiß nicht nur abstrakt um die Spezifität und Begrenztheit aller Konzepte - auch seines eigenen -, sondern rechnet mit ihr und handelt demgemäß. Er urteilt und verurteilt nicht mehr mit dem Pathos der Absolutheit und der Einbildung der Endgültigkeit, sondern erkennt auch dem anderen mögliche Wahrheit grundsätzlich zu - noch gegen die eigene Entscheidung. . . .Seine Handlungswelt wird im einzelnen spezifischer und im ganzen durchlässiger sein. Er achtet den Unterliegenden, vermutet einen Rechtskern im Unrecht Scheinenden, rechnet wirklich mit Andersheit. Er lockert die Sperren eingefahrener Wirklichkeitsauffassungen zugunsten der Potentialität des Wirklichen und entdeckt Alternativen und Öffnungen ins Unbekannte." Wolfgang Welsch - Ästhetisches Denken - Reclam 1990 - S. 76
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Die Dreiteilung des Werks [Dantes] und der Jenseitsreiche ebenso wie das Formschema der aus drei Versen bestehenden Terzine wird herkömmlich auf die Drei als Zahl der Trinität bezogen, während man in der Zahl der 34, 33 und 33 Gesänge, von denen der erste oft als prologartige Episode in einer Sonderstellung gesehen wird, einerseits ebenfalls einen Bezug zur Dreizahl (3 x 33 Gesänge und ein Prolog), aber auch einen Bezug zu den Lebensjahren Jesu erkannt hat, da Jesus nach einer der im Mittelalter gängigen Deutungen im 33. Lebensjahr, vor der Vollendung des 34., den Kreuzestod starb. Auch in der Untergliederung der Jenseitsbezirke, die im Text als neun Kreise des Inferno ..., sieben Bußbezirke des Purgatorio (zusammen mit dem Antipurgatorio und dem Garten Eden auch hier neun Bereiche) und neun (ohne Einbeziehung des Empyreums) Himmel des Paradiso erscheinen, hat man zahlhafte Ordnungsprinzipien erkannt, deren Deutung besonders im Purgatorio und im Paradiso dadurch gestützt wird, dass im Purgatorio den Bußbezirken traditionelle Schemata wie der Katalog der sieben Hauptsünden und der Seligpreisungen der biblischen Bergpredigt zugeordnet sind, während im Paradiso die neun Himmelssphären den drei mal drei Chören der Engel zugeordnet sind. . . . Quelle: Wikipedia
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DER KLARABRUNNEN IN ST. KLARA München-Zamdorf - 2005
Das Bildprogramm des Brunnens 1. Franziskus (*1181/2? – +1226) begegnet der hl. Klara (*1194 - +1253).Er überreicht ihr das Kreuz gleichsam als Ermutigung den (Klara) Orden zu gründen und zu leiten. 2. Franziskus erfährt in einer Vision, (um 1210?), daß er die Kirche (auch im geistigen, übertragenen Sinn) wieder aufrichten soll. 3. Klara trägt zwischen den ihr gleichgesinnten Ordensfrauen die Monstranz: zu ihrer Linken sehen wir ihre Mutter, Ortulana, zu ihrer Rechten ihre Schwester Agnes. – Beide sind ihr ins Kloster gefolgt, um ebenfalls ein Leben in der Ergebenheit Gottes und in Armut zu führen. 4. Franziskus zog sich gern auf den La Verna Berg bei Arrezo zum Gebet zurück. Dort wurde seine ungeteilte Hingabe an Christus mit der Stigmatisierung belohnt. Ein Engel, „Seraph?“, (rechts oben) erscheint und drückt ihm die Wundmale Christi ein. – Daher sein Name: „Seraphischer Heiliger!“ (1224) 5. Franziskus weiß sich mit der ganzen Schöpfung verbunden, weil Christus nicht nur die Menschen, sondern eben die ganze Welt erlöst hat: Daher predigt er auch den Vögeln. 6. Papst Innozenz IV. stattete einmal (um 1248) der hl. Klara und ihrem Konvent einen Besuch ab, um ihre Regel der absoluten Armut zu bestätigen. Nachdem sie über die göttlichen Dinge gesprochen hatten, erbat die hl. Klara den Segen des Papstes über die ausgebreiteten Brote. Als der Papst ihr im Gehorsam befahl, die Brote selbst zu segnen, erschienen auf diesen kleine Kreuze. Das Vorbild der absoluten Armut auch im täglichen Grundbedarf war schon damals für die Mehrzahl der Adeligen, Kleriker und Bürger ein Ärgernis. 7. Die Schöpfung entfaltet sich auch im Kleinen nach Gottes Willen.
XARA
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